Herr Winter
Da steht er wieder mit weißem Gewand,
entlaubte Bäume verharren ganz still.
Er pustet den kalten Atem ins Land,
dass alles um uns gleich erstarren will.
Weiße Kristalle umschweben mich weich,
sie tanzen hernieder, Hand in Hand.
Doch die Sonne erweckt ein Zauberreich,
ein funkelndes, glitzerndes Märchenland
1978
Wintertraum
Da ist er wieder, dieser Duft ohne Geruch.
Wir nehmen ihn wahr, schmecken ihn,
denn er tanzt sich auf unsere Lippen, auf unsere Haut.
Schneekristalle, geruch - und geschmacklos
und doch geben sie uns den Hauch der Weihnachtsstimmung.
Tanzende Flocken geben unseren Füßen neuen Schwung,
prickelndes Leben, wenn sie auf den heißen Wangen verglühen,
lassen die Haare verheißungsvoll schimmern,
wenn sie sich für Märchenmomente darin verfangen,
bevor sie sich zu Tränen wandeln und vergehen.
Und wir fühlen uns jung
in unseren Erinnerungen an den ersten Schnee.
2008
Knackige Kälte,
knirschender Schnee
unter den Füßen,
Bäume mit Mützen
und wenn dann noch
die Sonne scheint
glitzert alles...
Märchenwald
Zauber des Winters
Des Winters Hauch berührte
meine Wangen.
Der Wind zerzauste mir
mein Haar.
Durch Schnee und Sturm
bin ich gegangen.
Wie lange schon?
Jahr für Jahr!
Des Waldes Schönheit -
Kristalle aus Eis,
die an den Bäumen
glitzernd hängen.
Und alle Wege,
leuchtend weiß,
geben Frieden
bei meinen Gängen
Das Herz wird weit,
wenn die Sonne erwacht.
Und trunken das Auge
vor Glück.
Rot- goldener Himmel
verdrängt die Nacht
und bringt den Tag zurück.
Januarsonne
Tief einatmen,
die glitzernde Kälte aufnehmen
mit allen Sinnen.
Lauschen dem Knirschen
der Schritte
durch den verharschten Schnee,
dem Knarren
der steif gefrorenen Äste,
dem Ruf der hungrigen Vögel.
Das alles verzaubernde Sonnenlicht,
das zwischen entlaubten Bäumen,
auf mit Schnee
überladenen Tannen,
in vereisten Pfützen sich spiegelt,
die glitzernden Kristalle
Funken sprühen lässt,
die fahle, wintermüde Haut
berührt und Schauer des Lebens
in jeder Pore fühlbar macht.
Atmen den Winter,
laufen im schwindenden Weiß.
2007
Märchen leben
Ich sitze still am Fenster, schau in das Flockenmeer,
beobachte das Treiben, still ist es um mich her.
Da fällt mir ein das Märchen, Frau Holle ist`s benannt,
bei Groß und Klein im Lande als Wintermär bekannt.
Und während ich so sitze, vertieft ins Träumen bin,
zieht eine dicke Wolke weiß - grau am Himmel hin.
Weich- flauschig weiße Sterne, sie schweben Hand in Hand,
der Wind, er lässt sie tanzen, weit über`s graue Land.
Wie eine weiche Decke umhüllt der Schnee die Welt,
die glitzernd -weiße Schönheit mir tief ins Herze fällt,
denn helles Kinderlachen schenkt meiner Stimmung Licht,
wenn früh die helle Sonne sich in den Sternen bricht.
Ich schaue aus dem Fenster, weil meine Seele singt
und dankbar sich, voll Freude, in lichte Sphären schwingt.
1982