Ja, ich liebe den rauen Wind,
die Wellen, Sonne und Sand
Wasser ist mein Element
Himmel und Meer
Umfasset mich, Wellen des Meeres.
Kühlet die Hitze meiner Leidenschaft,
spült die heißen Tränen der Enttäuschung,
mildert das pochende Verlangen meiner Lenden.
Tragt mich, Schwestern des Ungestüms.
Haltet mich fest im Traum des ewigen Fließens.
Werft mich nicht an das Land der Erkenntnis,
der bitteren Einsicht und der dunklen Vorwürfe.
Großes Wasser, geliebte Mutter des Seins
gib ab von deiner Macht und trage mich empor
im lustvollen Auf und Ab deiner kraftvollen Arme,
dahin gleitend, prickelnd wie die Schaumkronen.
In deinem Spiegel schaue ich den Himmel.
Erkenne mich selbst in dem Veränderlichen,
in dem Hell und Dunkel, dem Hoch und dem Tief.
Danke Meer, danke Himmel, ich fand zu mir.
Eifersucht am Meer
Still beobachte ich dich -
ich bin eifersüchtig auf den Wind,
der dich umfängt, dir die Haare zerzaust
die du lachend schüttelst.
Ich beneide die Wellen,
die spielend dich umschließen
mit dir im munteren Auf und Ab,
wonnig kühlende Berührungen.
Bin eifersüchtig auf die Sonne,
die nun mit ihren heißen Fingern
dich umkost und mit heißer Zunge
die Wassertropfen von deiner Haut leckt.
Ich schaue sehnsüchtig auf den heißen Sand
in dem du deinen Körper wälzt -
neide diesen kleinen Körnchen
die zärtlichen Hände, die sie rieseln lassen.
Doch wenn die Königin der Nacht aufblüht
will ich deine Sonne sein, die dich erglühen lässt,
bin dein Wind, der dich lachend zerzaust,
und unserer Hände Zärtlichkeit gehört nur uns.
1980
Am Meer
Möwenschreie, Meeresrauschen,
Wolken, Wind und Sonnenschein,
in den Wellen toben und lauschen,
lässt mich Eins mit ihnen sein.
Ohne Zwänge
Ein Fisch müsste man jetzt sein
im tiefen Meer.
Einfach nur schwimmen
und sich treiben lassen
durch Wellen und Gischt.
In dieser heißen Zeit
eine Wohltat für den Körper,
Balsam für die Seele.
Für nichts mehr verantwortlich sein.
Sich frei fühlen ohne Schranken.
Um uns herum nur unergründliches Blau,
wechselnd bis zum tiefsten Grün.
Tag und Nacht am Himmel erkennbar.
Hinabtauchen zu den Träumen der Natur.
Gleichartigem begegnen
und doch Fremdem,
aber ohne die Zwänge der Etikette…
Sturmwind
Und ich laufe gegen den Sturm,
lasse ihn meine Haare zerzausen,
springe durch die aufbrausenden Wellen,
lache durch die hoch spritzende Gischt
der auftauchenden Sonne entgegen,
die zwischen dunkel sich aufbäumenden
und wieder zerstiebenden Wolken
mit ihren warm tastenden Fingern
mir die Tropfen aus dem Haar streichelt.
Die Windsbraut
Lasst mich leben, lasst mich springen,
lasst mich tollen, glücklich sein,
lasst mich tanzen, lachen, singen,
zwängt mich nicht in Glas hinein,
denn im Glas kann ich nicht leben,
täglich würd es Scherben geben.
Würde auch die Sonne scheinen,
stündlich sähe sie mich weinen.
Komm doch, Vater Sturmgebraus,
hol mich aus der Enge raus,
steig mit mir in lichte Höhen,
du allein kannst mich verstehen.
Du weißt, dass ich bin wie du,
ohne Rast und ohne Ruh.
Oh Vater Sturm, ich bin verliebt,
doch sei darüber nicht betrübt;
der, den ich liebe, ist wie wir,
ist einmal dort und dann mal hier.
Ach Vater Sturm, es ist der Wind!
Magst du ihm geben wohl dein Kind?
Oh Väterchen, ich weiß genau,
du lässt mich werden seine Frau,
`nen bessren Sohn, den wüsst ich nicht,
der könnt bestehn vor dein`m Gesicht.
Oh Tochter mein, du machst mich froh,
ja, deinen Mann wünsch ich mir so.
Dann zieh mit ihm, dem Liebsten dein,
mit ihm nur kannst du glücklich sein.
Du magst mit ihm die Welt durchstreifen,
ob Winter ist, ob Früchte reifen,
wenn Sommer ist und Blumen blühen.
Doch wenn im Herbst die Nebel ziehen,
dann denk an Vater Sturmgebraus
und komm mit Mann und Kind nach Haus.
Dann gehen zusammen wir auf Fahrt,
auf eine, ganz nach unsrer Art.
Wir wollen stürmen durch die Gassen,
wenn auch die Leute uns dann hassen.
Wir wollen sein, so wie wir sind,
Lass dich umarmen liebes Kind.
FvB 1968