KRANKHEIT

 

 

Klinik

 

Schau in den Tag, wie die Sonne lockt,

die jubelnde Vogelwelt fliegt und hockt

dort im Grase nicht auch ein Reh?

 

Ich sehe nichts, mir tut alles weh.

 

Hör Melodien, die fröhlich erklingen,

im Frühlingswinde die Knospen sich schwingen,

öffne die Ohren und auch dein Herz,

 

ich fühle nichts, nur meinen Schmerz.

 

Bunt ist der Reigen der Blumen im Licht

die Farbenflut unsere Sinne besticht,

die leuchtende Sonne uns einfängt,

 

ich fühle mich nur von Dunkel bedrängt.

 

Doch dann aus dem Dunkel ergreift mein Herz

des Zaunkönigs Lied, nimmt mir allen Schmerz,

schenkt Hoffnung und lässt mich nach oben blicken

 

ein kleines Danke dann himmelwärts schicken.

 

März 2011

 


 

 

 

Scheideweg

 

 

Wenn die Augen, die sonst lachten,

sich nun kummermüde weinen,

ohne Glauben still verneinen,

Gesten, die sonst Hoffnung brachten.

 

Wenn die Schmerzen mich zerfressen,

nur noch Drogen Hilfe bringen,

kann ich nicht mehr lange ringen,

will die Nöte nur vergessen.

 

Wenn aus Worten Steine werden,

harte  Sätze mich zerschneiden,

möchte meine Seele scheiden,

Abschied nehmen hier von Erden.

 

Jan 2011

 


 

 

 

 

Und dann holt er mich wieder ein

 

Ein Tag, der mich fliegen lässt,

vergessen die Qual

mit allen Sinnen genießen,

Natur erleben und voller Dank

die vertrauten Wege gehen.

Mein See, mein alter Baum,

meine verschlungenen Pfade,

wie sehr erinnert ihr mich

an mein Leben mit euch.

Glück, doch immer wieder Leben

noch genießen zu können,

Dankbarkeit, auch immer wieder

ohne den vernichtenden Schmerz

sein zu können.

Und dann, ganz plötzlich,

nicht überraschend,

holt er mich wieder ein,

dass ich  manchmal,

nur für mich

den Kopf in den Kissen

vergraben möchte,

um alle Pein herauszuschreien.

Doch dann lächel ich wieder,

zeige euch mein geglättetes Selbst.

 

Mit Dank an die Chemie

 

Jan 2011


 

 

Klinikfenster

 

Ich grüß meine Wälder,

die Wiesen und Felder,

die Seen und Wipfel,

des Bergs höchsten Gipfel.

 

Im Garten die Blumen,

des Felds harte Krumen,

des lauen Wind Streicheln,

der Sonne sanft Schmeicheln.

 

 

Ich sehn mich nach ihnen,

nie schöner mir schienen

die grünenden Auen,

die ich nicht kann schauen.

 

Die Zeiten verwehen,

wie trockenes Laub,

und in diesem Staub

möchte ich wieder gehen.

 

Wir werden sehen!

 

FvB März 2011

 

 

Schmerzattacke

 

Kühle der Fensterscheibe an meiner Stirn,

noch ein wenig feucht

und gerade dadurch so lebendig.

Mit geschlossenen Augen

lausche ich dem Ticken der Uhr,

höre die Sekunde des Innehaltens

vor dem Schlagen zur vollen Stunde.

Laut ist sie, die sonst so beruhigend wirkt,

laut schlägt sie auf meine Sinne ein.

Ich höre mich atmen, geschärfte Sinne,

die den Schmerz tanzen lassen,

ich tanze nicht mit,

versuche mich entgegen zu stellen,

er zerreißt jeden Widerstand,

lässt mir keine Wahl.

Ich atme - ein, aus, ein, aus, ein, aus,

tick, tack, tick, tack,

da ist er wieder,

der Rhythmus, der mit mir schwingt,

in dem ich schwinge

und da löst sich die Stirn von der Scheibe,

die verkrampfte Faust  lässt den Vorhang los,

die Augen öffnen sich

und zucken im gleißenden Sonnenschein.

Wo war er eben noch, als die Dunkelheit mich packte?

 

 

Dezember 2010

 


"Nicht was du

zusammenfegst,

sondern was du

verstreust,

erzählt, wie du dein

Leben gelebt hast"

http://floravonbistram-bei-bookrix.blogspot.com/

 

 

Auch wenn die Sonne

mir mal nicht scheint,

freue ich mich,

denn sie könnte

jeden Augenblick

die grauen Wolken

durchbrechen.

 

 

 

Nur ein Hinweis:

viele meiner Fotos

in den Texten

lassen sich

durch Anklicken

vergrößern

 

 

 

 

 

 

Nur da bist du

mit den richtigen

Menschen zusammen,

bei denen du sein kannst,

wie du bist,

wie du fühlst

und wo du fühlst,

dass diese Menschen sind

wie sie sind

und wie sie fühlen

 

 

2006

 

 

 

Wer es verstehen kann, der verstehe es.
Wer aber nicht, der lasse es ungelästert

und ungetadelt.

Dem habe ich nichts geschrieben.

Ich habe für mich geschrieben.


Jakob Böhme

 

 

 

Wenn ich tot bin,

darfst du gar nicht trauern

Meine Liebe

wird mich überdauern

und in fremden Kleidern

dir begegnen

und Dich segnen.

 

Ringelnatz

 

             Zeit

Zeit der Liebe, Zeit des Lebens,
Zeit des Nehmens, Zeit des Gebens
Zeit der Freude, Zeit des Leidens
Zeit der Tränen, Zeit des Scheidens
Zeit des Küssens, Zeit des Kosens
Zeit der Stürme, Zeit des Tosens
Zeit der Hoffnung, Zeit des Schmerzes
Zeit des Glauben, Zeit des Herzens
          Zeit bleibt Zeit

 

   

 

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Wie eine Feder

 

eben noch schwebend

im Himmel

der explodierenden

Gefühle

und jetzt,

am Boden,

noch nicht zerstört

ein wenig

sonnenbeschienen-

meine Hoffnung

kleine Feder

 

2004

 

 

 

 

 

 

Deine Hände,

deine Augen,

deine Stimme,

dein Mund,

dein Körper,

ganz und gar

DU

 


1979

"Denke lieber an das,

was du hast,

als an das,

was dir fehlt!

Suche von den Dingen,

die du hast,

die besten aus

und bedenke dann,

wie eifrig du

nach ihnen gesucht

haben würdest,

wenn du sie nicht hättest"


Marc Aurel

Als taktlos

wird meistens

derjenige bezeichnet,

der das ausspricht,

was alle

anderen denken.