Farbenbunt
Voller Freude will ich laufen
durch den Park der Herrlichkeiten,
der mir alle Jahreszeiten
Farben zeigt, die nicht zu kaufen.
Wenn der Wind die Wipfelkronen
kraftvoll greift und fröhlich rüttelt,
bis die Blätter abgeschüttelt
möcht` ich in den Zweigen wohnen.
Mit den Blättern will ich fliegen
durch die Welt der bunten Farben,
über Fluss und Berg und Graben,
mich in letzter Sonne wiegen.
Wenn die letzten Strahlen sprühen,
Abschied nehmen ohne Kummer,
denn nach langem Winterschlummer
wird das Leben neu erblühen.
Flora von Bistram
Wenn wir mit offenen Augen
durch die Welt gehen,
Bilder in uns aufnehmen,
können sie wir auch
mit geschlossenen Augen
wieder erleben.
Flamenco der Sinne
Rot – goldene Zeit - Oktober
Wie sehr lässt du
noch einmal
die Kraft der Jahreszeiten
an uns vorüberziehen.
Willst du uns entschädigen,
im voraus stimulieren,
dass wir die tristen Zeiten überstehen?
Mein Herz wird weit,
weit wie der Blick, den ich hier habe,
berauschend in der Sonne
zeigen sich die Farben der Reife,
der Wollust und der Freude,
wie sie in alten Büchern
beschrieben werden.
Gold - das Glänzende für Reife,
Purpur für Verführung und Wollust,
Dunkelgrün für Freude und Sättigung
und dazu der Himmel,
morgens in zarten Rot - Goldtönen
wie gute Weine nebeneinander,
abends feurig, wie empfundener Flamenco
und doch auch wieder sich findend
in Ruhe und Besinnung,
wenn die Rottöne
verschluckt von der Dunkelheit
ins Nichts abgleiten…
Farbtöpfe der Natur
In die Farbtöpfe der Natur
griffst du großzügig
mit beiden Händen,
lachend, mischend,
um weiche Töne zu locken.
.
Dann, voller Übermut
schütteltest du deine Hände
und der springende Wind
trug die Spritzer
über Berge und Täler.
Farben, uns umschmeichelnd,
die das Auge verwöhnen,
satt, schwer und doch
so sehr verzaubernd
in der reifen Vielfalt.
Glitzernde Tropfen in Zweigen,
schimmernde Seide
gesponnen im Gras,
der Ruf der Wildgänse,
ausklingender Sommer, Herbst.
Herbstbeginn
Silbergespinste
voller funkelnder Diamanten,
wippend in dem sanften Wind,
zwischen Halmen und Ästen.
Goldener Horizont,
Farbenspiel
im beginnenden Morgen.
Altweibersommer genannt.
Blätter, bunte Kleckse
im vergehenden Grün,
noch satt leuchtend-
doch nicht mehr lange.
Bald schon raschelnd
und zerfallend.
Satter, schwerer Dunst
über den Wiesen
deutet eine Ahnung an
von kommender dunkler Zeit.
Herbstbeginn
zeigt uns die Vergänglichkeit,
jedoch in schönster Harmonie
Sturm
Wenn der Sturm, der um die Ecken fegt,
mir den Regen ins Gesicht peitscht,
wenn dunkle Wolken,
wie wilde, sich aufbäumende Pferde
über den Himmel jagen,
wenn die Baumkronen
sich vor der unendlichen Macht beugen
und im wilden Tanz den Boden küssen,
dann fühle ich genau die übergroße Macht
dann spüre ich das Leben
Verwehen, vergehen
Regentropfen an Zweigen
wie Perlen aufgereiht,
schimmernde Ketten im Wind.
Wolkenfetzen treiben,
jagen sich wie spielende Kinder,
tollen im Spiel der Lüfte.
Bunte Blätter auf Wegen,
schlurfende Schritte sie
rascheln lassen in letzter Sonne.
Ich bin kein super Fotograf,
weil mir dazu die Ausrüstung fehlt,
doch fange ich gerne Stimmungen ein,
ohne den Anspruch der Vollkommenheit.
Garten der Schöpfung
Sinnbild für die Welt,
und du Mensch
sollst als Gärtner
verantwortungsvoll handeln.
Aus dem Staunen
kann der Mensch
Kraft zum
Glauben und zur Liebe
gewinnen.
Novembermorgen
Dichter Nebel schmiegt sich in das Tal.
Steigt er auf und kuschelt sich zu grauen Wolken
oder legt er sich sanft auf Wiesen und Felder
und übergibt so der Sonne das Firmament?
Kalter Morgen, du lässt das störrische Laub
unter den Füßen rascheln und knistern.
Zapfen an immergrünen Bäumen, teils hängend,
doch auch majestätisch aufgerichtet
zeugen auch in kältester Zeit von Leben.
Kahl ist der Wald, es frieren die Tiere,
deren Winterkleid noch nicht vollendet ist
und dicht schmiegen sie sich aneinander in dieser frühen Stunde.
Zugvögel, verspätet oder von weit her kommend aus noch kälteren Zonen
fliegen rufend, fast meint man in klagendem Ton, ins Irgendwo.
Krähen sitzen auf knarrenden Ästen, scharren und picken
auf für den Winter bereiteten Feldern.
Der gestern noch so bunte prächtige Herbst kleidet sich heute
ins Trauerkleid der Vergänglichkeit.
Dunkle Zeiten? Nein, schau hin, dort die Felder
mit Winterraps blühen in sonnengelb
und immer noch finden wir bunte Beeren
an fast entblätterten Büschen.
Schau zum Himmel, denn zwischen Wolkenbergen,
die sich in Abstufungen der weiß- grauen Kompositionen
langsam von einem sanften Lüftchen über uns weiter schieben lassen,
blitzen immer wieder die Kraft- und Leben spendenden Strahlen
der Herrscherin über Tag und Licht.
Dies ist nur ein kurzer Schlaf der Mutter Erde,
um Kraft zu tanken für ein neues Aufbrechen…
Nehmen wir dieses Ende als Beginn, wie anders können wir dann fühlen.