LEBEN

 

 

 

 

 Uns wurde diese Welt anvertraut,

wir wurden berufen, sie zu pflegen.

Uns wurde Erkenntnis geschenkt,

wir müssen diese für das Lichte einsetzen

 

 

 

 

Schattenrisse

 

Schattenrisse  in meinen Gedanken,

ausgeschnitten aus meinem Herz,

lasst euch mit Tränen still beranken,

und einem unaussprechlichen Schmerz.

 

Scharf gezeichnete Silhouetten,

am weißen Horizont der Ewigkeit,

knüpfen des Lebens feinste Ketten,

Bindungen der Unsterblichkeit.

                                                                                                                                                                                                                                    

FvB

 


 


 

Du fühlst das Leben

und durch den Frieden

in dir und mit dir

erkennst du eine Wahrheit,

die für dich Gültigkeit hat.

Fordere nicht unbeugsam von Anderen,

mit der gleichen Inbrunst zu empfinden,

den gleichen Glauben an deinen Gott

und deine Liebe zu leben,

denn dieses Wissen um ihn

ruht nur in dir selbst.

 

Jeder für sich empfindet

auf seinem ihm eigenen Weg

Wärme und Kälte des Herzens,

Licht und Dunkel

die Lichter der Seelen brennen,

doch jedes für sich.

Umschlossen von den Schwingungen

des gemeinsamen

Gewähren lassen

finden wir im Wissen voneinander

den Weg zueinander.

 

Flora von Bistram2003

 

 

 

 

Im warmen Gras

 

Der weiche Teppich,

den die Erde mir bereitete,

lädt ein zum Verweilen.

Graspolster unter der Haut

weich, warm und vertraut.

Liegen, schauen, sinnen

und die Gedanken schweifen lassen,

entfliehen mit den Wolken,

die mir  Lebensbilder zeigen,

hell und dunkel,

freundlich und bedrohlich,

doch spielerisch die Sonnenfinger,

die den Verlauf neu malen,

verwehend mit dem Wind.

Beständigkeit nur im steten Auf und Ab

von Licht und Schatten.

 

1999

 

 

 

 In der Stille


Vergessen die Welt- ich halte inne,
trete ein durch das Tor der ruhenden Sinne.
Nur ich allein im Herzen der Welt,
vorbei ist die Jagd nach Ruhm und nach Geld.
Ich geh tief in mich und schaue hinauf,
auch du wirst bemerken - eine Tür sich auf.

In der Hast des Alltags ruhen und schweigen
und sich dankbar vor Gottes Schöpfung verneigen.
Die Grenzen erkennen in Zeit und in Raum,
dem Leben begegnen in glückhaftem Traum.
Erkennen den Ursprung der verborgenen Quelle
und eintreten in das Reich der befreiten Seele.

Die Zeit steht nun still, ich atme in ihr,
das ganze Weltall versöhnt sich mit mir.
Umfassender Frieden fließt tief in mein Herz,

vertreibt böse Gedanken und Seelenschmerz.
Im Klang dieser Stille, die stets alles heilt
umhüllt mich die Urkraft der Ewigkeit.

Ich tauche ein in den Lärm unserer Zeit,
demütig erkennend die Unendlichkeit.

Schaue nach vorn, dort steht das Glück

so lasse ich Groll weit hinter mir zurück.

Ich fühl mich an Körper und Seele erholt,

da erstrahlt der Tag im schimmernden Gold.

 

 

 

 

 

 

 

 

Metamorphose

 

Entkommen

der Enge,

Abstreifen

der alten Hülle,

dem Kokon

entwachsen .

Wandel,

innewohnend

jedem Erneuern

Verlassen der

Finsternis und Stille,

Leben,

nicht mehr verborgen,

Erheben

mit ausgebreiteten Armen,

Flügel,

die ins Licht tragen,

aus der Einsamkeit

in gemeinsames Schweben.

 

FvB

 

 


 

 

 

Danke für das Wort "Es werde"

danke für die Herrlichkeit

 

FvB

 

 

 

 

 

 

 

Lebensmusik

 

In des Abends schwüler Dämmerung

lausche ich dem Summen der Insekten -

sanft, beruhigendes Streichorchester,

das mich zum Verharren einlädt

und die Seele schwirren lässt.

 

Ich liebe die Nacht mit den knarrenden

Geräuschen der alten Bäume,

die ihre knorrigen Äste unter dem dunklen Laub

verborgen halten, das den Vögeln Schutz

vor Feind und Wetter bietet.

 

Morgendämmerung mit Nebelschwaden

bringt die gesamte Symphonie

mit dem Jubilieren der Vögel im Wind,

Perlreigen der Tautropfen auf Gräsern

und Blättern in mir zum Schwingen.

 

Die belebenden Klänge des Tages,

Lachen der Kinder, Rufe über die Felder,

geschwätzige Spatzen am Dachrand,

ein Rasenmäher und laute Musik

zeigen an, wo die Lebensfreude uns fängt.

 

2001

 

 

Sorgen

 

Viele ungeweinte Tränen

hinter Lächeln sich verstecken,

während and´re Frohsinn wähnen,

weder Not noch Pein entdecken.

 

Mit dem Bild vom Glück im Leben

raubt die Ruhe dir der Kummer

will nur selten Frieden geben,

folgt dir bis in deinen Schlummer.

 

Still ergeben, ohne Klagen

trägt so mancher seine Sorgen,

abzuschütteln seine Plagen

hofft er neu an jedem Morgen.

 

Die Natur, erfüllt von Segen

der aus lichtem Quell gespeist,

kraftvoll, hilfreich uns auf Wegen

in des Lebens Bahnen weist,

 

spendet Licht für Geist und Wesen,

lässt erstarken, was erkranket,

so kann endlich auch genesen

was in Traurigkeit gewanket.

 

Dann ihr Tränen dürft ihr fließen,

spület fort, was hemmen sollte,

jetzt kann sich in uns erschließen,

was schon längst sich öffnen wollte.

 

Dass das Licht der Gnade flute

tief in Herz, Gemüt und Seele,

dringe ein in Fleisch und Blute

so den Wandel nicht verfehle.

 

FvB

Die Schlüssel

 

Der Herr sah zur Erde,

es fiel ihm was ein,

drum griff er ganz tief

in das Schatzkästlein rein.

 

Drei Schlüssel, die gab er

dem Menschen zur Hand,

mit gütigem Segen

er jeden umwand.

 

Den Eisernen gib weiter,

die Freundschaft er schenkt,

dem Nehmer, dem Geber,

der an Andere denkt.

 

Geduld ist der Schlüssel,

der öffnet geschwind

die Herzen und Türen,

die verschlossen sonst sind.

 

Der Schlüssel der Liebe

erschließt auch den Glauben,

behalt ihn, verleih ihn,

doch lass ihn nicht rauben.

 

Mit diesen drei Schlüsseln

bist du voller Leben,

als wertvolles Zeichen

wurden sie dir gegeben.


 FvB


 

 

 

 

 

 

Ich hab es geschafft

Ist es Furcht?
Verzweiflung?
Nach der Diagnose?
Nein,

mein Kampfesgeist erwacht.
Ich werde es schaffen
Ich will ihn besiegen.
Nicht für dich.
Nicht für jene dort.
NEIN, NUR FÜR MICH!
Und ich gehe durch die Täler
fast schmerzlos.
Erlebe die Höhen
und schaue mich freudig um.
Falle in tiefste Klüfte.
Aber ich gebe nicht auf.
Und dann stehe ich

wieder auf dem Gipfel.
Um mich herum

steht die Zeit still,
überflutet mich das Sein.
Und von irgendwoher
kommt die Stimme:
DU HAST ES GESCHAFFT!!!

 

 

 

 

 

 

 

Was ist es nur

was mich jedes Jahr

zum Himmel blicken lässt,

wenn ich die vertrauten,

alt bekannten Rufe höre?

Wenn wieder die Schwärme

der Kraniche oder Wildgänse

sich über unserem Wald,

direkt über meinem Haus sammeln.

Was ist es nur,

was mir jedes Jahr wieder

die Tränen in die Augen treibt,

was lässt mich dann summen:

Wildgänse rauschen

durch die Nacht

Was ist es nur?

 

 

Gemeinsam

Suchen wir  für unser Leben

Arme, die uns freudig halten
die Kräfte gerne weiter geben,

unser Leben mit gestalten.

Augen, um uns zu betrachten,

Blicke, die nur wir verstehen,

Wünsche darin stets beachten,

in die gleiche Richtung sehen.


Ohren, die gemeinsam hören,

was der Andere wohl meint,

keine Träume  ihm zerstören,

trösten, wenn der Liebste weint.

Hände, die gemeinsam greifen,

voller Tatendrang und Lust;
Herzen, die gemeinsam reifen,

schlagen fühlen Brust an Brust.

 1977

 

 

                                        

 

 

     

 

Gebote

 

Verlange nicht,

dass ich für dich lüge

erwarte nicht,

dass ich dir glaube,

fordere nicht,

dass ich für dich

betrüge.

 

Auch wenn Gebote

für mich nicht

das Maß sind,

mein Ich

lässt es nicht zu

dass ich Mich für Dich

verleugne.

 

1984

 

 

                                   

     

 

 

          

 

Warteschlange des Lebens

Da stehn wir in der Warteschlange des Lebens.
Noch träumen wir manch großartigen Traum.
Doch stehen und träumen wir häufig vergebens.
Verwundert, verwundet und glauben es kaum.

Wir dachten, wir haben die Jugend gepachtet.
Doch wie schnell schwand auch dieser Wahn.
Bald werden wir schon als Alte verachtet.
Noch nicht am Ende unserer Lebensbahn.

Die Träume träumen, voll des inneren Bebens.
Das Heute genießen, auch voll wilder Gier.
Denn dort, in der Warteschlange des Lebens.
Ihr werdet sehn, dort steht morgen auch IHR!

 

 

"Nicht was du

zusammenfegst,

sondern was du

verstreust,

erzählt, wie du dein

Leben gelebt hast"

http://floravonbistram-bei-bookrix.blogspot.com/

 

 

Auch wenn die Sonne

mir mal nicht scheint,

freue ich mich,

denn sie könnte

jeden Augenblick

die grauen Wolken

durchbrechen.

 

 

 

Nur ein Hinweis:

viele meiner Fotos

in den Texten

lassen sich

durch Anklicken

vergrößern

 

 

 

 

 

 

Nur da bist du

mit den richtigen

Menschen zusammen,

bei denen du sein kannst,

wie du bist,

wie du fühlst

und wo du fühlst,

dass diese Menschen sind

wie sie sind

und wie sie fühlen

 

 

2006

 

 

 

Wer es verstehen kann, der verstehe es.
Wer aber nicht, der lasse es ungelästert

und ungetadelt.

Dem habe ich nichts geschrieben.

Ich habe für mich geschrieben.


Jakob Böhme

 

 

 

Wenn ich tot bin,

darfst du gar nicht trauern

Meine Liebe

wird mich überdauern

und in fremden Kleidern

dir begegnen

und Dich segnen.

 

Ringelnatz

 

             Zeit

Zeit der Liebe, Zeit des Lebens,
Zeit des Nehmens, Zeit des Gebens
Zeit der Freude, Zeit des Leidens
Zeit der Tränen, Zeit des Scheidens
Zeit des Küssens, Zeit des Kosens
Zeit der Stürme, Zeit des Tosens
Zeit der Hoffnung, Zeit des Schmerzes
Zeit des Glauben, Zeit des Herzens
          Zeit bleibt Zeit

 

   

 

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Wie eine Feder

 

eben noch schwebend

im Himmel

der explodierenden

Gefühle

und jetzt,

am Boden,

noch nicht zerstört

ein wenig

sonnenbeschienen-

meine Hoffnung

kleine Feder

 

2004

 

 

 

 

 

 

Deine Hände,

deine Augen,

deine Stimme,

dein Mund,

dein Körper,

ganz und gar

DU

 


1979

"Denke lieber an das,

was du hast,

als an das,

was dir fehlt!

Suche von den Dingen,

die du hast,

die besten aus

und bedenke dann,

wie eifrig du

nach ihnen gesucht

haben würdest,

wenn du sie nicht hättest"


Marc Aurel

Als taktlos

wird meistens

derjenige bezeichnet,

der das ausspricht,

was alle

anderen denken.