Farben der Freude
Gelbe Tulpen, rote Rosen,
grüner Schimmer an dem Baum,
weiße Glöckchen, goldene Sonne
zaubern meinen Kleidertraum.
Kleide mich mit euren Farben,
hol den Frühling mir ins Haus,
muss in Grau und Schwarz nicht darben,
Winter jag ich so hinaus.
Vergissmeinnicht
In meinem Garten, ganz versteckt,
dort hinter dem alten Kirschenbaum,
da habe ich heute mit Freuden entdeckt
den anmutigsten Frühlingstraum.
Hell leuchtend, begleitet von Tausendschön
und Krokussen, reich an Farbenlicht,
sah ich sie blau lächelnd die Gesichter drehn
zarte Frühlingsboten, Vergissmeinnicht.
Frühlingskind
Weiße Glöckchen läuten leise
viele zarte Melodeien,
Vögel singen ihre Weise,
Schmetterlinge sich befreien,
aus dem nährenden Kokon,
der so lange Schutz gegeben.
Was im Winter flog davon,
zeigt nun emsig frohes Leben.
Sonnenfäden, pur aus Gold,
schweben leuchtend durch die Lüfte
und ein Kind, so lieblich hold,
eingehüllt in süße Düfte,
zieht hell lachend durch das Land,
Blumen streut`s in Wies und Feld,
reicht den Menschen froh die Hand,
Frühling hat sich eingestellt.
Wird von grüner Flur gegrüßt,
getränkt von klarer Quell und Tau
und von der Sonne zart geküsst,
zart umstrahlt von Himmels Blau.
Lasst uns still vor ihm verneigen,
danken, dass es Wärme bringt
und aus vollem Herzen zeigen,
wie das Lied der Schöpfung klingt.
1983
Frühlingsgefühle
Vollkommen trunken
von des Weißdorns Düften,
von der Kirschblüten Weiß
das Auge fast blind.
Die Ohren betäubt
von Musik in den Lüften,
lässt mich verharren
wie ein staunendes Kind.
Die Sonne befingert
ganz warm mein Gesicht.
Mit Schmetterlingsküssen
umfängt mich ein Hauch.
Die Zeit steht ganz still
und ich atme nur Licht.
Ich fühle den Frühling,
das Kribbeln im Bauch.
Ich habe ihn getroffen
Tatsächlich und unverkennbar, es ist passiert.
Er ist endlich da.
Erst war ich noch etwas zögernd,
ihm wirklich entgegen zu gehen –
soll ich wirklich, soll ich nicht?
Doch warum nicht?
Hatte ich doch schon so lange auf ihn gewartet,
mich auf ihn gefreut.
Erinnerungen waren wach geworden
an all die Jahre vorher,
die ich mit ihm verbringen,
mit ihm erleben durfte.
Ich bin ein entschlossener Mensch,
ja, ich ging also los,
erwartungsvoll aus dem Haus,
habe mich auf den Weg gemacht,
gespannt, unruhig,
Glücksgefühle durchliefen mich,
denn schon die Luft war anders,
voller Schwingungen, voller Gerüche, voller Leben.
Und da war er...ich konnte es kaum glauben,
ja, ich muss gestehen,
ein wenig blieb mir das Herz stehen.
Ist es nicht so,
man wartet immer auf ein Zeichen
und dann, wenn man es bekommt,
dann steht man erst mal ein wenig starr
und ungläubig da.
Doch er ließ mir keine Zeit des Zögerns,
mit Macht stürmte er auf mich ein...
seine Kleidung zeigte, er war noch sehr jung und mutig,
denn hellgrün, leuchtend rot und gelb sind seine Farben.
Ungewöhnlich? Ach nein, einfach nur überwältigend.
Er umfing er mich mit seinem bekannten Stimmenwirrwar
und wieder stand ich still
und wartete einfach ab,
ja, er ist da...
er ist bei uns eingezogen mit den Paarungsliedern der Vögel,
mit den vorwitzigen Forsythien,
den Osterglocken, Tulpen und Krokussen.
Willkommen Frühling !
Frühlingsreigen
Zwingend flüstert, ruft und fordert
die uralte Stimme ihr „Erwachet!“
Treibend, sprießend, drängt und streckt,
das wintermüde Dunkel abschüttelnd,
Blatt für Blatt und Stiel für Stiel
dem wärmenden, lockenden Licht entgegen,
um den Reigen des Lebens erneut
in berauschenden Farben zu tanzen.
FvB 2001